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Auf dem Weg zu .................. | Sur le chemin de .............. Compost....

Präambel

Das Alter bringt nur noch den BMI Index zum Steigen, das Pyjama hielt früher an der Huft, nun nur noch am Bauch. Bald wird es am Busen sein, dieser wächst und es gibt kein Gegenmittel dagegen in Sichtweite. Negative Meldungen wie «die Sterberate bei den Pensionierten ist am höchsten» bringen uns nur noch zum Schmunzeln. Ja, es gibt immer noch schöne Zeiten in Aussicht und das Leben im Alter lädt wieder zu Abenteuern ein. Man muss nur aktiv bleiben.

Warum uns nicht mal auf den Weg zu machen und in den Tag hinein zu leben. Wer loslassen kann, hat danach beide Hände frei! Alt werden und jung bleiben ist ein guter Spruch! Kind sein mit all unseren Erfahrungen wird auf einmal fantastisch.

Der Wanderrucksack wird gegen 2 Bike-Satteltaschen getauscht, das Mobiltelefon wird zum Navigationsgerät, zwei Nachbarn werden zu Spielkumpeln. Das Ziel nach Santiago de Compostela zu radeln wird vom Traum zum Projekt.

Endlich die Welt mit anderen Augen entdecken, sei es Landschaften oder Menschen, Religionen oder Kulturen. Ich freue mich persönlich auf Gespräche am fahrenden Stammtisch: Tageserlebnisse, Begegnungen, philosophieren über das Wetter und die Welt.

Wir werden auf viele Kirchen, Klöster und geistliches treffen. Schliesslich sind wir auf einem heiligen Pfad. Eine Männerrunde ohne Frauen, vielleicht gesellt sich noch der liebe Gott als vierter dazu?

Aber nichts gegen Frauen. Unsere Ehefrauen gehören sicher dazu, deshalb werden wir diesen Blog pflegen. Und schlussendlich lassen sie uns gehen, wie kleine Kinder die das erste Mal wegradeln, ohne Stützräder. Und sollten sie umfallen, werden sie weinend heimkommen. Und wenn nicht, einfach glücklich ein schönes Abenteuer erlebt zu haben.

«Du bist auf dem richtigen Weg, wenn es dich nicht mehr interessiert, was hinter dir liegt - Dann hast du es geschafft».

Was der Weg mit uns macht, wie er uns vermutlich verändert, bleibt offen. Wir werden regelmässig darüber berichten. Der wichtigste Glaube der wir mit uns beim Start tragen, ist der Glaube am Ziel anzukommen.

PS: Und sollte noch jemand unsere Geschichte verfilmen wollen: Wer meine Rolle spielt, spielt auch wirklich keine Rolle, meine einzige Bedingung: ich (René) muss mindestens einen grauen Schnauz tragen!

Vorstellung

Die 3 Kumpeln sind einfach 3 Nachbarn die sich diese Reise als Wendepunkt zwischen Arbeitswelt und Pensionsdasein wünschen. Ein Start in einem neuen Abenteuer namens Pensionierung!

Toni (1953) der Unternehmer, der sich immer noch mit der Beendigung vom Arbeiten schwertut, kam auf die Idee mit dem Bike nach Santiago zu fahren. Schon 2 Jahre seit der Pensionierung und er kann es nicht lassen seine Firma herunter zu fahren. Vielleicht die Gelegenheit zum Umdenken. Damals Messdiener in der Kindheit, ist er der Spezialist hinsichtlich Religion, zuständig für die Pilger-Anlaufstellen zum Stempeln. Er bleibt der Draufgänger und ein damaliger Motorradunfall hat ihn ein bisschen weise gemacht.

Ruedi (1959) der junge in der Bande, ist als frisch pensionierter der sportlichste. Eine Knieoperation wird jedoch der allgemeine Rhythmus diktieren. Sein Bike wurde massgeschneidert zusammengestellt (ungleiche Kurbellängen) und sollten wir übertreiben wollen, wird er uns im 1-3/4 Takt auf den Boden der Realität zurückholen.

René (ich, 1953) der Sprachgewandte, wird für die Reiseleitung vor allem in Frankreich die Verantwortung übernehmen. Ich wollte zuerst diese Reise mit meiner Frau zu Fuss antreten, Ihre Begeisterung dazu war so stark, dass ich die Reise nicht antreten konnte. Meine Passion Fotografieren wird helfen die Reise zu dokumentieren. Eine schwache Prostata wird jedoch dafür sorgen, dass beim Dokumentieren, mehr Naturbilder als Kirchen abgelichtet werden.

Wir spüren alle 3 die Folgen der Vergangenheit, es soll also eine Reise mit Vernunft ohne Übertreibungen werden, aber mit vielen kulturellen Höhepunkten. Damit alle auf dem gleichen Level reisen können, wurde das E-Mountainbike als Fortbewegungsmittel gewählt.

Vorbereitung

Eine solche Reise beginnt schon vor dem eigentlichen Start. Der Terminplan wurde bereits an einer Kick-off Sitzung festgelegt. Im Herbst 2020 sollte mit einer einwöchigen Tour die Ausrüstung getestet werden. Der eigentliche Start wäre anfangs 2021 (April-Mai) noch zu definieren.

Inzwischen sind diverse kleine gemeinsame Trainingsfahrten erfolgt. Die Trikots wurden von Marcus (Tom’s Bike) gesponsert. Bei der Fahrt nach Wetzikon kam Toni bei einer starken Steigung neben die Fahrbahn und beim Korrigieren wurde ein Absatz zur Falle. Bei Tempo gleich null, kam er zum Fall, seitlich auf einem Wiesenstreifen. Nach einem Check wurde die Lage analysiert und besprochen. Alles Klar, kein Schaden, es geht weiter. Nach 45 Minuten sind wir erfolgreich beim Ziel angekommen. Und plötzlich taucht Toni ab und muss gestützt werden, mit Verdacht auf Kreislaufproblem wurde die Ambulanz gerufen. Erst im Nachhinein wurde die Ursache gefunden. Die Schulter wurde beim Fall verletzt (Bänder gerissen, medizinisch geprüft). Die Schmerzen hat Toni unterdrückt und erst am Ziel freigegeben! Unser Staunen war gross, wenn seine Frau bestätigte, dass dies bei ihm normal sei.

Fazit: wir müssen für Toni das Ziel immer so weit wie möglich setzen, dann kommen wir bestimmt am Ziel.

Die gemeinsame Test-Reise sollte am nächsten Montag 21 September 2020 starten. Nun wird diese geschoben. Zufall oder Vorbestimmung? Man könnte ins Zweifeln geraten.

Zitat Albert Einstein zum Thema Zufall: «Gott würfelt nicht!»

Nehmen wir es gelassen, wir sind ja noch jung (pensionierte)!

Gedanken zum Schmunzeln: Der Traum einmal in der Kathedrale von Santiago zu sein und sein Name zu hören ist der Abschluss jeder Pilgerreise. Aber mit dem schwenken vom Weihrauchfass über den Köpfen, stell ich es mir vor wie einen Zigarettenstummel im Aschenbecher zu sein, kurz vor dem Erlöschen. Das Ende von diesem Traum der einem solange begleitet hat. Folgt der Fall in eine depressive Lage?
Lohnt sich sowas oder ist es der Anfang von neuen Träumen in eine eigene bereinigte friedliche Welt?

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